
Europa (Schweiz)
RegulierungDie Lebensmittelsicherheitsbehörde veröffentlichte am 1. Juli 2026 ihren Jahresbericht zur Überwachung von Zoonosen und Lebensmittelinfektionen für das Jahr 2025. Campylobacteriose war erneut die am häufigsten gemeldete menschliche Zoonose in der Schweiz mit 8.654 laborbestätigten Fällen, ein leichter Anstieg gegenüber 8.269 Fällen im Vorjahr. Salmonellose blieb die zweithäufigste Infektion mit 2.280 bestätigten Fällen im Jahr 2025 gegenüber 2.257 im Jahr 2024, was einer Rate von 25,1 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner entspricht. Der Bericht identifizierte Campylobacteriose, Salmonellose und Infektionen mit Shigatoxin-produzierendem E. coli als die drei häufigsten Zoonosen des Landes, ein Muster, das mit anderen Industrieländern übereinstimmt.
Dass beide Zahlen gegenüber dem Vorjahr praktisch stabil geblieben sind — mit einer Variation von nur 4,7% bei Campylobacteriose und 1% bei Salmonellose — deutet darauf hin, dass die Schweiz keine akute Verschlechterung ihrer Lebensmittelsicherheit erfährt, sondern eine strukturelle endemische Last beider Erreger, die die epidemiologische Überwachung Jahr für Jahr konsistent erfasst. Campylobacteriose, die hauptsächlich durch nicht durchgegartes Geflügel und Kreuzkontamination in Hausküchen übertragen wird, und Salmonellose, die mit Eiern, Fleisch und Milchprodukten verbunden ist, teilen das Merkmal untergemeldeter Infektionen: laborbestätigte Fälle stellen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionen dar, da viele Menschen mit leichten Symptomen niemals einen Arzt aufsuchen.
Ein Bericht, der jedes Jahr tausende bestätigte Fälle dokumentiert und zeitlich stabile Zahlen zeigt, bestätigt, dass Campylobacteriose und Salmonellose ein ungelöstes Problem in der Lebensmittelkette bleiben, und dass die Stabilität der offiziellen Zahlen nicht als Abwesenheit von Risiko interpretiert werden sollte: sie spiegelt die Konstanz einer Exposition wider, bei der mikrobiologische Überwachung in der Anlage das einzige Instrument ist, das diesen Risiko bei der Quelle reduzieren kann.
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