Belgien
ProduktrückrufBelgien ruft polnisches Roggenmehl wegen übermäßigen Ochratoxin-A-Gehalts zurück
Die belgische AFSCA rief am 13. Oktober 2026 ein Roggenmehl vom Typ 720 polnischer Herkunft zurück, das in 1-Kilogramm-Beuteln verpackt ist. Grund ist der zu hohe Ochratoxin-A-Gehalt. Die Maßnahme erfolgte nach einer RASFF-Meldung, dem europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel. Die Behörde bittet die Verbraucher, das Produkt nicht zu verwenden und es an die Verkaufsstelle zurückzubringen.
Die Meldung veröffentlicht weder die gemessene Konzentration noch den überschrittenen Grenzwert, weshalb sich nicht bestimmen lässt, um wie viel der zulässige Wert überschritten wurde. Die Rechtsvorschriften der Europäischen Union legen Höchstgehalte für Ochratoxin A in Getreide und daraus hergestellten Erzeugnissen fest; ein Mehl, das diese überschreitet, darf nicht in Verkehr gebracht werden. Der Typ 720 bezeichnet ein Mehl mittlerer Ausmahlung, das einen Teil der äußeren Schichten des Korns enthält, in denen sich Mykotoxine tendenziell anreichern.
Ochratoxin A ist ein Mykotoxin, das von Pilzen der Gattungen Aspergillus und Penicillium gebildet wird. Diese wachsen während der Lagerung auf dem Getreide, wenn Feuchtigkeit und Temperatur ungeeignet sind. Es ist hitzestabil, sodass Kochen und Backen es nicht zerstören. Es schädigt vor allem die Nieren, und die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft es als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein. Deshalb setzt die Kontrolle darauf, das Pilzwachstum durch trockenes, gut gelagertes Getreide zu verhindern, und das fertige Mehl zu analysieren. Ein vergleichbarer Befund, wenn auch bei einem anderen Schadstoff, wurde am 12. Oktober in der Tschechischen Republik veröffentlicht: ein dunkles Roggenmehl, das den Grenzwert für Mutterkornalkaloide überschritt. Dies zeigt, dass Roggen auf dem europäischen Markt gezielt überwacht wird.
Für Mühlen, Mehlimporteure und Labore bestätigt der Fall, dass die Mykotoxin-Analyse je Charge die Vermahlung begleiten sollte, besonders bei Getreide mit langer Lagerzeit. Ochratoxin A wird mit chromatographischen oder immunchemischen Verfahren bestimmt und nicht mit den PCR-basierten Krankheitserreger-Tests des TAAG-Katalogs. Daher wird für diesen Fall kein Kit vorgeschlagen.
Originalquelle: favv-afsca.be ↗
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